3a) Bewußte Manipulationen
Beispiele, wie gefälschte Statistiken als Meinungsmache
missbraucht wurden bzw. werden:
These: "500.000 Frauen
sterben jährlich in Indien an illegalen Abtreibungen" (Worldwatch
Paper no. 97):
In Wirklichkeit:
Zahl aller Todesfälle bei indischen Frauen im gebärfähigen
Alter: 500.000...
www.pro-leben.de
These: "Jedes Jahr 500.000 illegale Abtreibungen
in Kanada, tausende Frauen sterben dabei" (Hansard 11.2.1969)
In Wirklichkeit: Tatsächliche Gesamtzahl der
Todesfälle durch Abtreibung, in den 14 Jahren vor der Legalisierung: 306
!
These: Die Zahlen der illegalen Abtreibungen haben
die Pro Aborts 1963 mit 25.000 -75.000 angegeben, 1967 sollten es angeblich
100.000 -300.000 sein und 1969 dann eine halbe Million...). "2000 Italienerinnen
starben 1974 durch illegale Abtreibungen" (Hansard 7.2.1975)
In Wirklichkeit: Todesrate bei Italienerinnen im
gebärfähigem Alter im selben Jahr: 259 (!) Todesfälle durch illegale
Abtreibungen: 20 !!! (Weltgesundheitsorganisation Statistik für Italien
1974 )
These: "Mehr als 400.000 Frauen in Brasilien
sterben jedes Jahr durch illegale Abtreibungen" (Brazilian Parliament Meeting,
Womens Health & Reproduction Rights 13.Nov. 1991)
In Wirklichkeit: Gesamtzahl der verstorbenen Frauen
im gebärfähigen Alter in Brasilien: 40.000 (UN Demgraphic Yearbook
1988). Interessant: Von 100 Brasilianerinnen sterben 1000 an illegalen Abtreibungen?!...
These: " Die Zahl der jährlichen Abtreibungstode
(in Mexico) liegt bei ca. 100.000 ! (Mexico Institute of Sexology)
In Wirklichkeit: Gesamtzahl der Frauen (15-44)
die jährlich an allen Todesursachen sterben: 20.000... (WHO Statistics
Annual1989)
Begrifflichkeiten - Die Macht der Sprache:
Als vor über 25 Jahren die sehr politisch und sehr polemisch
geführten Diskussionen um die Abtreibung geführt wurden, versuchte
man, mit Hilfe des Vokabulars die eigentlichen Fakten der Abtreibung zu verharmlosen.
Man führte Begriffe in die Debatte ein, die das wirkliche Geschehen beschönigen
und dabei zum Teil völlig entstellen (sogenannte „Euphemismen“).
Diese Begriffe beeinflußten nicht nur die Sprache, sondern prägten
auch das Bewußtsein der Menschen gezielt in eine bestimmte Richtung. Diese
Begriffe sind auch heute noch im Umlauf. Mit der gekonnten Auswahl der Worte
lässt
sich vieles manipulieren, verschleiern und schön reden. Durch geschicktes
Umschreiben und Einführen neuer Begrifflichkeiten wird das Reale einfach
verdrängt.
Gerade bei der Frage der Abtreibung wird davon häufig Gebrauch gemacht:
- Das Zerstückeln und Töten eines einmaligen menschlichen
Lebens wird als Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch, teilweise sogar als Schwangerschaftsunterbrechung
(ist die Schwangerschaft etwa fortsetzbar?) umschrieben.
- Es ist sicherlich auch angenehmer, nur einen unbedeutenden
Zellklumpen, Schwangerschaftsgewebe, Embryo, Fötus oder eine nichtssagende
Frucht beseitigen zu lassen, als ein kleines ungeborenes Kind töten
zu lassen. Damit soll verschleiert werden, dass es sich auch vor der Geburt
um einen Menschen handelt. Der Begriff Schwerangerschafsgewebe bezeiht sich
auf mütterliches Gewebe, das für die Entwicklung des Kindes wichtig
ist, also zum Beispiel auf den Mutterkuchen. Das Kind selbst ist kein Schwerangerschafsgewebe,
sondern ein Mensch, der sich innerhalb dieses Gewebes entwickelt.
- "Werdendes Leben": Dieser Begriff soll suggerieren,
dass das Kind in seinen ersten Lebensphasen noch kein Mensch ist, sondern
aus ein paar Zellen besteht, die sich erst im Verlauf der Schwangerschaft
zum Menschen entwickeln. Diese Behauptung ist wissenschaftlich längst
widerlegt: Der Mensch ist von der Zeugung an genetisch komplett und entwickelt
sich nicht zum Menschen, sondern als Mensch weiter. Richtig wäre:
Vorgeburtliches Kind, noch nicht geborenes Kind.
- Beachte:
Wenn eine Frau ihr Kind abtreiben will, nennt sie es "Fötus".
Wenn sie es aber zur Welt bringen will, nennt sie es "Baby".
Haben Sie schon einmal gehört, dass jemand eine schwangere Mutter gefragt
hätte:
"Was macht dein Fötus?" oder: "Strampelt der Fötus
schon?"
Kein Arzt sagt zur Frau: "Ich zeige ihnen jetzt den "Zellhaufen,
aus dem später Ihr Kind entsteht", sondern er sagt: "Ich zeige
ihnen ihr Kind, Sie sehen schon den Kopf, die Arme, die kleinen Füße."
- Die BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
wirbt in Ihren Aufklärungsschriften dafür, die Dinge beim Namen
zu nennen und nicht um den heißen Brei herum zu schreiben. Diese Vorsätze
werden allerdings merkwürdigerweise beim Thema Abtreibung strikt über
Bord geworfen. Man findet u.a. folgende "schwammige" Erklärung
(Broschüre "Sichergehn - Verhütung für Sie und Ihn",
Seite 64):
[...Die gebräuchlichste und schonenste Methode ist die Absaugung
der Schleimhaut und der Frucht; das dauert ca. 5-10 Minuten...].
Kann man das Töten eines einmaligen Menschenlebens noch schöner
bzw. harmloser umschreiben?!
- Interessant ist auch die Ausflüchte die man oft
von Politikern oder Managern hört wenn es um klare Fehlentscheidungen
in der Vergangenheit geht. Anstatt den Fehler ehrlich und offen zuzugeben
wird argumentiert „Zum damaligen Zeitpunkt war meine Entscheidung richtig!.“
Hört sich auf den ersten Blick gut an. Allerdings würde nach dieser
Logik KEIN Mensch mehr Fehler machen. Dabei sind doch Fehler völlig menschlich
- kein Mensch ist fehlerfrei! Schade, wenn man das dann so undurchsichtig
darstellen möchte.
"Radikale Abtreibungsgegner"?
Ist der Katholik und jeder andere, der
Abtreibung in jedem Fall ablehnt, ein "Radikaler",
darum potentiell gefährlich und abzulehnen? Gegenfrage: Kann man auch
ein "radikaler Holocaustgegner" sein, wobei "radikal" ein
Synonym für übertrieben und schlecht wäre?
Oder ist es nicht
vielmehr so, dass jeder anständige Mensch angesichts
bestimmter Verbrechen nur "radikal" dagegen sein kann, ohne irgendwelche
Einschränkungen gelten zu lassen? Darf es, kann es eine Unterscheidung
geben zwischen Gegnern des Terrorismus und radikalen Terrorismus- Gegnern?
Noch für viele andere Verbrechen gilt: Eine solche Unterscheidung gibt
es nicht!
Erfolg mittels Teilwahrheiten:
Die Lüge ist das Vehikel der Kultur des Todes. Sie
arbeitet mit Teilwahrheiten, dem Umdeuten von Begriffen und sie appelliert an
Gefühle unter Ausschaltung der Reflexion (Mitleid, scheinbare Zuwendung
zum Leidenden, Appelle an Barmherzigkeit werden mobilisiert, extreme Einzelfälle
als typisch dargestellt).
Wer genauer hinschaut, erkennt jedoch, daß sich alles nach der Logik der
Mächtigen richtet: der Geborenen, die Schwierigkeiten aus dem Weg gehen
wollen, der Gesunden, die sich nicht vorstellen können, daß ein Leben
mit Leiden wertvoll ist, der Reichen, die sich ein langes Leben ohne Leiden
einrichten möchten, der Forscher, die sich Ruhm erhoffen, der Konzerne,
die von Wachstumsmärkten der Zukunft beim Produkt "Menschenmaterial"
träumen... So wird das Undenkbare von gestern, zum Gewöhnungsbedürftigen
von heute und zum Selbstverständlichen von morgen... Der weitgehend unbemerkte
Marsch der Demokratie in die totalitäre Kultur des Todes findet statt.
Bewährte Taktik:
Folgendes Schema wird oft angewandt: Ein Notstand wird an Hand von Einzelschicksalen
dramatisch dargestellt, es folgt die Behauptung, diese Not sei allgegenwärtig, und dann wird die ideologisch vorgefertigte Lösung angeboten und zugleich mit ihr verkündet, der Staat werde nun, wohltätig wie er eben ist, handeln - flächendeckend, versteht sich, und im Sinn der Ideologie, rasch und ohne Widerspruch zu dulden. Wer dennoch nein sagt, ist „nicht fortschrittlich“, „veraltet“, gehört eigentlich zum Schweigen gebracht, wenigstens dadurch, dass man mit ihm nicht spricht. Die Diskussion flammt nur kurz auf, aber nicht zur Klärung,
sondern als Alibi.
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