Symbolgeschichten
 

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Die Sterbeklinik
-Eine Zukunftsvision, die hoffentlich niemals Realität wird-

Brüsk wandte sich der Professor um und schaute die drei Herren an. Dann lief er im Zimmer auf und ab und sagte ihnen: "Meine Herren, was wollen Sie. Sie befinden sich hier in einer Sterbeklinik. Hier, bei uns, wird gestorben". Die drei Herren saßen um den runden Tisch eines gut möblierten Zimmers. Alles war höchst vornehm eingerichtet. An der Wand hing ein schönes Landschaftsgemälde und gegenüber zwei Bilder aus der Renaissancezeit. Zwei Adlige und eine junge Frau. Das Ganze machte den Eindruck eines sehr seriösen Institutes. Entsprechend verhielt sich auch der Direktor dieses Institutes, Herr Professor Fatal. Die drei Herren, die um den runden Tisch saßen, waren Journalisten aus verschiedenen Erdteilen. Die erste Frage an den Direktor lautete: "Wie viele Patienten bewältigt Ihre Klinik pro Woche?" Professor Fatal antwortete: "Etwa fünfzig. Wenn Sie es genau wissen wollen, achtundvierzig. Tageskapazität acht." Herr Rush vom "New Morning" (Australien): "Sie töten also acht Menschen pro Tag?" Der Professor: "Meine Herren, Sie befinden sich hier in einer Sterbeklinik. Ich würde das so nicht formulieren. Ich würde sagen, in unserem Haus werden täglich 8 Menschen erlöst."

Herr Häberli vom "Berner Umblick" (Schweiz): "Also ein Rettungs-, bzw. ein Erlösungsinstitut sind Sie?" Der Professor: Ja, unter diesen Prätexten sind wir angetreten. So wurde die Klinik geplant. Wenn Sie nun mit mir gehen, will ich Ihnen das anhand der Gebräuchlichkeiten deutlich aufzeigen. Darf ich also bitten!" Die Herren standen auf, nahmen ihre Mappen und verließen den Raum. Sie traten in eine große Empfangshalle. Der Boden war mit schwarzem Marmor ausgelegt. Gedämpftes Licht, das von farbigen Fenstern wie in einer Kathedrale hereindrang, erfüllte den Raum. Ein Treppenhaus, das spiralförmig nach oben führte, war mit kunstvollen Leuchtkörpern ausgestattet. Das Ganze atmete höchste Eleganz. Die Schwestern, die den Journalisten begegneten, waren dezent in einem hellen Rosarot gekleidet und trugen ein adrettes Häubchen. Die Pfleger und Ärzte erschienen in einem hellen Grau und waren durch Namensschilder gekennzeichnet. Ihr Gang war würdevoller als in den übrigen Krankenhäusern. Ihre Kleidung sehr sauber.

"Meine Herren, hier entlang," sagte Dr. Fatal zu den begleitenden Journalisten. Nachdem sie den Gang durchschritten hatten, gelangten sie in einen Raum, der auf ebener Erde lag. Der Professor erklärte: "Dies ist das Sterbezimmer Nr.1, und wie dieses haben wir noch zwei andere. Die Größe der Räume ist verschieden. Es gibt Patienten, die es vorziehen, in Gemeinschaft zu sterben. Andere bevorzugen ein Einzelzimmer. Alle Patienten werden bestens versorgt und betreut. Sie erhalten jede humane Begleitung, die sie sich wünschen, sei es ein Pfarrer oder sei es ein Psychiater." Das Sterbezimmer war nicht allzu groß. Drei bis vier Betten hätten darin Platz finden können. Die Fenster gaben einen Blick in eine Gartenlandschaft frei, die von einem beginnenden Wald eingegrenzt wurde. Draußen befand sich ein gepflegter Rasen, kleine Statuen, ja, man hatte sogar ein kleines Tempelchen errichtet. Alles in allem, eine paradiesische Landschaft.

Der Professor wandte sich wieder seinen Gästen zu und sagte: "Dieser Raum hier ist für die Kranken, die nicht mehr gehen können und bettlägerig sind. Wir fahren die Betten herein, nachdem ihnen ihre letzten Wünsche erfüllt wurden und sie sich von ihren Angehörigen verabschiedet haben. An den Wänden leuchten herrliche Farbdias und klassische Musik ertönt im Raum. Der Patient bekommt eine leichte Betäubungstablette und hernach zieht sich das Personal zurück. Geruchloses Gas strömt in den Raum. Es schläfert die Patienten zunächst ein. Bei stärkerer Dosis verlassen sie dann ihre irdische Existenz und schlafen sanft hinüber. Natürlich können wir auch den Tod mittels Spritzen oder Medikamente herbeiführen. Alles wird ganz nach Wunsch des Patienten oder seiner Familie ausgeführt, oder, wenn so nicht möglich, übernimmt der Staat diese Aufgabe. Herr Häberli von der Schweiz bemerkte: "Habe ich das richtig verstanden, Herr Direktor: auf Wunsch der Familie oder mit Bescheinigung des Staates? Geht Ihre Euthanasie weiter als nur "auf Verlangen des Patienten"? Bestimmt hier die Familie und der Staat über den Tod eines Menschen durch Euthanasie? Haben Sie bereits eine Fremdbestimmung eingeführt? Erlöst der Mensch sich selbst oder wird er erlöst?" Der Professor sagte: Ja, Sie haben richtig verstanden. Die Selbstbestimmung war nur der erste Schritt auf dem Weg zur Euthanasie. Jahre später nach heftigen Debatten im Parlament, folgte dann der zweite Schritt, die Fremdbestimmung durch die Familie. Und noch einmal Jahre später, nachdem auch das eingeübt war, erfolgte die Fremdbestimmung durch den Staat. Es ist doch selbstverständlich, meine Herren, dass man Familien von einer "unzumutbaren Last" befreien muss, wenn sie sich selbst nicht helfen können. Auch muss man den Staat und vielleicht auch die Krankenkassen verstehen, wenn er leidende Personen, die ihn auf die Dauer nur schwerst belasten und von denen er keinen Nutzen hat, von ihren Gebrechen erlöst."

Unter den drei Journalisten war auch ein Inder von New Delhi, der der dortigen Zeitung "Indian Post" angehörte und sich Raju Madani nannte. Er sagte: "Darf ich an Sie eine Frage richten, Herr Doktor Fatal?" "Ja, bitte", sagte der Arzt. "Ich habe während meines Studiums gelesen, dass damals, 1976, das Abtreibungsgesetz in Ihrem Land mit dem Stichwort "unzumutbare Last" begründet wurde. Ich habe gelesen, dass dies Ihr oberster Gerichtshof so festgelegt hat. Der Text lautet, soweit ich das noch im Gedächtnis habe: "Der Staat könne von der Bestrafung der Abtreibung dann absehen, wenn das Kind für die Frau eine unzumutbare Last darstellt." Meine Frage ist die, wurde für die Euthanasie dieser Begriff der "unzumutbaren Last" übernommen?"
Professor Fatal: "Selbstverständlich, mein Herr! Nachdem die Euthanasie im Parlament diskutiert worden war und sich grundsätzlich keine Einwendungen erhoben, weder moralisch, noch sozial, noch religiös, musste eine Formel gefunden werden, die einer staatlichen Rechtsprechung Genüge leistete. Was lag darum näher, als die schon vorhandene Formel der "unzumutbaren Last" auch für die Euthanasie anzuwenden? Denn schließlich wird in unserem Sterbehaus nicht illegal vorgegangen. Es muss alles wohl geordnet und von der Krankenkasse bezahlt werden. Dazu braucht es staatliche Gesetze, und es braucht aber auch Schlüsselbegriffe wie sie der oberste Gerichtshof festlegt oder festlegen kann. Um diese Begriffe hat das damalige Parlament gerungen."

Herr Madani: "Ich habe gehört, verehrter Herr Professor, dass das damalige Abtreibungsgesetz sehr willkürlich gehandhabt wurde. Selbst die Parteien haben später zugegeben, dass die Indikationen, vor allem die Notlagenindikation verheerende Folgen hatte und sehr vielen ungeborenen Kindern das Leben gekostet hat. Dann aber wurden gesetzlich alle Indikationen abgeschafft und Abtreibung wurde praktisch auf Wunsch getätigt. Wieder später war es das "Do-it-your-self-Verfahren". Die Frau erledigte ihre Abtreibung in ihrem eigenen Schlafzimmer. Ihr Volk gelangte damals bis an den Rand des Ruins, zumal eine große Zahl von fremden Völkern in das Land eingeströmt war, um das Säuglingsvakuum ihres Volkes zu ersetzen. Eine Selbstbesinnung trat erst ein, als sich die Einwohnerzahl Ihres Volkes um Millionen verringert hatte. Es war ein böses Erwachen. Erst später erkannte man, dass das Urteil Ihres Bundesverfassungsgerichtes, in welchem der Lebensschutz für das ungeborene Kind vor dem Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren grundsätzlich Vorrang genießt, durch die Notlagenindikation praktisch aufgehoben wurde. Es war damit rechtsunwirksam und erwies sich als eine makabere Lüge mit schweren politischen Konsequenzen. Ihr Volk wurde existenziell getroffen. War nicht das, Herr Professor Fatal, was damals geschah, inhuman? Und ist das, was Sie hier in der Sterbeklinik betreiben, nicht ebenfalls inhuman, und zwar im höchsten Grad?"

Die Herren hatten in der Zwischenzeit einen weiteren Sterberaum betreten. Dieser war für Personen bestimmt, die noch ganz im Vollbesitz ihrer Kräfte standen. Es war ein möbliertes Zimmer mit vornehmer Couch, angenehmen Sesseln, netten Gardinen und schönen Gemälden. Ein dekorativer Kronleuchter, der in der Mitte des Raumes hing, verlieh dem ganzen eine gewisse Feierlichkeit. Professor Fatal sagte: "Meine Herren, wie können Sie hier von Inhumanität sprechen? Wir tun alles, was wir unseren Patienten tun können. Unsere Pfleger und Pflegerinnen sind angewiesen, ihnen den letzten Wunsch von den Augen abzulesen. Sie bekommen das beste Essen und die beste medizinische Betreuung, können sich von ihren Angehörigen verabschieden und werden, um den Übergang leichter zu schaffen, mit Psychopharmaka versorgt. Wir ersparen ihnen Leid und Siechtum, und hier in diesem Raum mit den schönen Clubsesseln treffen sie sich, um in einem angenehmen und regen Gespräch so lange zu verharren, bis das geruchlose Gas sie einschläfert. Nach ihrem Tod werden sie sauber hergerichtet, bekommen ihre Särge, werden durch die Beerdigungsinstitute mit Blumen versehen. Dann können sie von ihren Angehörigen abgeholt werden. Meine Herren, das ist eine saubere Sache, das ist dank unserer modernen Fortschrittlichkeit höchste Humanität.

"Nicht so, Herr Professor," sagte der Schweizer Häberli. "Wer hier stirbt, wird getötet, also umgebracht. Wenn Sie den Befehl geben, das Gas einfließen zu lassen, sterben in diesem Raum Menschen, die im Vollbesitz ihrer Kräfte sind. Es widerspricht doch jeder menschlichen Logik, dem Empfinden unseres Herzens und unseren Gefühlen, diese Menschen umzubringen. Alle Religionen sagen, dass der Mensch als ein geschaffenes Wesen einen Schöpfer hat und darum nicht über sich selbst verfügen kann. "Das empfinde ich auch so," sagte Herr Rush vom "New Morning". "Was ist das für eine Tötungsfabrik? In der Frühe gehen lebendige Menschen hinein, und am Abend werden sie auf dem Fließband als Tote hinausbefördert. Wer befiehlt denn eigentlich dieses Morden?"

Professor Fatal: "Der Kunde befiehlt, und die Firma erfüllt ihren Auftrag. Die Nachfrage reguliert das Angebot. Warum werfen Sie uns hier Ungereimtheiten vor. Ich habe Ihnen schon erklärt, das ist eine saubere Sache. Schon die alten Römer haben gesagt: Tatet exitus", das heißt "der Ausgang steht offen". Und es bleibt eine freie Gewissensentscheidung, darüber zu verfügen, ob man sterben oder weiterleben möchte." "Wie komisch!", sagte der Schweizer Journalist. "Da ist zum Beispiel ein Vater, der vier Kinder und eine Frau zuhause hat. Plötzlich fällt es ihm ein, zu sterben. Er kommt zu Ihnen, setzt sich in den Clubsessel, bis Sie das geruchlose Gas einströmen lassen. Die Frau aber und ihre Kinder haben keinen Vater mehr. Und Sie sagen, das ist eine saubere Sache."

"Oh nein", sagte Professor Fatal, "wer zu uns kommt, braucht selbstverständlich eine Indikation und einen Beratungsschein. So einfach erlaubt der Gesetzgeber das Sterben nicht. Wir können den Euthanasiewunsch nur erfüllen, wenn die staatliche Genehmigung vorhanden ist. Allerdings ist im Kanton Zürich (Schweiz) Beihilfe zum Selbstmord bereits nicht mehr strafbar. Dort legt man dem Selbstmordpatienten das Selbstmordmittel aufs Nachttischchen und schaut zu, wie er es verschluckt." "Wie bitte", sagte der Inder, "Sie brauchen also eine Indikation und eine Beratung, bevor Sie jemand töten dürfen? Das heißt, Sie besitzen in Ihrem Archiv zwei Dokumente die bestätigen, dass der Euthanasieantragsteller ordnungsgemäß alle Büros durchlaufen hat, um seinen Antrag durchzusetzen."

"Nicht ganz so, aber so ähnlich," erwiderte der Leiter der Sterbeklinik. "Dann stimmt es. Wir haben Gesetze, und nur nach diesem kann er sterben. Stellen Sie sich vor, jemand hat seine Sterbeproblematik dargelegt und hat trotz Hilfeangebote mit bestem Wissen und Gewissen seinen Tod gewünscht, so ist und bleibt das seine freie Entscheidung. Stellen Sie sich vor, der Antragsteller spricht vor meinem Kollegen, einem Arzt, von der "Last" seines Lebens und mein Kollege unterschreibt, so haben wir laut staatlicher Gesetzgebung die Pflicht, seinen Wunsch zu erfüllen. Meine Herren, das ist nicht nur eine saubere. Sache, das ist geradezu korrekt." "Und die Unheilbaren?", fragte Herr Rush. "Ja, für die Unheilbaren? Für sie haben wir einen Vormund. Dieser Vormund wird bestimmen müssen, ob die Zeit dieses Menschen abgelaufen ist und ob die gesetzlichen Bedingungen erfüllt sind, ihn in die Euthanasieklinik einzuliefern wie zum Beispiel in Holland bei denen, die "demens" sind oder an "Alzheimer" leiden." "Und die Alten?", fragte der Australier weiter, jene Alten, die nicht mehr für sich selbst entscheiden können?"

Professor Fatal antwortete: "Sehr einfach, mein Herr: die Familie entscheidet. - Die Kinder müssen in einem Familienrat darüber verfügen, ob die Eltern noch weiterleben können, oder ob der gegenwärtige Zustand für sie eine "Last" wird. Tritt letzteres ein, und wird es durch die Beratungsstelle und den indizierenden Arzt bestätigt, dann können wir die alten Menschen hier in dieser Sterbeklinik erlösen." "Auch gegen ihren Willen?", fragte entsetzt der Reporter vom "New Morning". "Ja, auch gegen ihren Willen," erwiderte Professor Fatal.

In der Zwischenzeit hatten die vier Herren ein kleines Zimmer mit zwei Betten betreten. Es war wie alle Zimmer in diesem Haus sehr hübsch eingerichtet und strahlte von Sauberkeit. Blumen schmückten den Raum. An jedem Bett saß eine Pflegerin, die dem Kranken, dem Sterbekandidaten, aufmerksam zuhörte. Sie sprach ihm sanft zu, tröstete ihn und versuchte seine Wünsche zu erraten. Nachdem die Herren einen Augenblick im Zimmer verweilt und sich vor den Kranken verneigt hatten, gingen sie wieder hinaus.

"Sie sehen, meine Herren," sagte Dr. Fatal, "das oberste Gebot unseres Hauses heißt Reinlichkeit, Freundlichkeit und liebenswürdiges Personal. Selbstverständlich wird unser Personal gut bezahlt und bekommt lange Ferienzeiten. Sie werden, wie das üblich ist, zu psychotherapeutisch geleiteten Gruppensupervisionen zusammengerufen, damit angestaute Norm- und Identitätskonflikte bearbeitet und ertragbar gemacht werden können." "Aber das ist doch reine Gehirnwäsche, Herr Professor," sagte Herr Madani von New Delhi. Sie betreiben, lassen Sie mich das mit ungewöhnlichen Worten sagen, sie morden Menschen mit Glacehandschuhen und ausgesuchter Höflichkeit." Herr Häberli fügte hinzu: "So ist es. Aber, was machen Sie denn mit alten Leuten oder mit Geisteskranken, die zu schreien anfangen und Tobsuchtsanfälle bekommen?" "Aber mein Herr, das ist doch heute kein Problem mehr," erwiderte Dr. Fatal. "Wir haben Räume im Keller, die schalldicht sind. Darüber hinaus werden die Kranken mit Psychopharmaka und Beruhigungsmitteln behandelt. Eine Spritze genügt und sie sind wieder friedlich wie kleine Kinder. Darum kann man auch hier nicht von Inhumanität reden, sondern wir erweisen ihnen nur Wohltaten."

Nach ihrem Rundgang durch die Klinik traten die Herren ins Freie, um noch einen Augenblick den wunderschönen Park zu betrachten. Er war bestens angelegt, und man sah Gärtner, die den Rasen pflegten oder die Blumen richteten. Die Sterbeklinik sah aus wie eine prächtige Villa, vielleicht etwas zu groß geraten, aber hübsch sich einfügend in die Landschaft. Über allem liegt eine breite Stille. Ab und zu fährt ein Auto vor. Menschen steigen aus, Männer und Frauen. Sie kommen mit sehr kleinen Köfferchen. Denn was sie im Sterbehaus brauchen, finden sie dort vor. Wenn sie hinausgetragen werden, brauchen sie das Köfferchen nicht mehr. Am Abend, bevor sie in ihre Heimatländer zurückflogen, trafen sich die drei Journalisten in einem der städtischen Wirtshäuser. Über ihren Gesichtern lag noch immer das große Erschrecken über das, was sie gesehen und gehört hatten. - Sterbehäuser! Tötungskliniken! - Pillen, die tödliches Gift enthalten! - Spritzen, die Menschen den Tod bringen! - Gas, das einschläfert und hernach tötet!

Das alles lag in einer Atmosphäre steriler Sauberkeit, mit Blumen, mit freundlichem Personal, mit wunderschönen Räumen, mit Musik und am Schluss mit geschmückten Särgen. Fehlte noch der Pfarrer, der das Wort hätte sprechen müssen: "Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern ziehen zu einem ewigen Haus, das nicht von dieser Welt ist." Doch diese Männer sahen auch das andere: Sie sahen, wie das Volk unter den tödlichen Messern einer furchtbaren Gesetzgebung verblutet. Sie sahen, wie die Tötungsmentalität die Gehirne dieser Menschen umwandelt. Die Eltern haben Angst vor ihren Kindern. Die Kinder haben Angst vor ihren Eltern. Der Australier sagte: "Können Sie sich vorstellen, meine Herren, dass in diesem Land noch ein natürliches familiäres Verhältnis vorhanden sein kann?"

Herr Häberli: "Nein, - Wenn ein Vater alt geworden ist, so wird er sich ständig fragen, wann es Zeit ist, die Todespille zu nehmen. Er fragt sich, wann die Sterbeklinik für ihn fällig sei. Wenn eine alte Mutter krank geworden ist, liegt ein psychischer Druck über ihr. Kann ich meine Krankheit den Kindern noch zumuten? "Der Sohn hat Angst," so sagte der Inder, "die Mutter könnte denken, er wolle, dass sie ins Sterbehaus ginge. Die Tochter wagt nicht, ihre Eltern zu besuchen, um der bangen Frage auszuweichen. Jedermann denkt, man könne denken, wie alle Welt denkt: Verschwinde!" Ja," sagte der Australier, Herr Rush. "Wenn eine Familie ein krankes Kind hat und es liebevoll pflegt, geben sie damit ihrem Leben einen Sinn und erfüllen Gottes Gebot. - Aber die Nachbarn sagen, warum eigentlich? Warum bringt man das Kind nicht in die Sterbeklinik?"

Herr Häberli fügte hinzu: "Wenn jemand einen schweren Unfall gehabt hat, verkrüppelt oder sonst wie geschädigt und pflegebedürftig ist, dann weiß er, dass der Staat mit seinen Vormündern über sein Leben verfügt Die bohrende Frage, bin ich eine "Last", lässt ihn nicht mehr schlafen. Ob diese Menschen dann wollen oder nicht: Sie müssen in einer hübschen Sterbeklinik, umgeben von Blumen, von Musik und von freundlichen Wärtern, sterben. Hinter der freundlichen Maske steht die unausweichliche Brutalität: Du musst sterben! Du wirst getötet! Wer kann dieser tödlichen Logik entgehen? Wer kann dem sausenden Rad einer solchen Maschinerie entlaufen? Der Mensch fällt in die Hände des Menschen. Aber bereits der König David sagte zum Propheten: Lass mich nicht in die Hände von Menschen fallen!" Rajü Madani sagte: "Der Mensch ist für Gott und das göttliche Gesetz blind geworden. Er verliert seine Seele, seine Prüfung, seine Reinigung. Eine materialistische Welt wird von einer fatalen Ideologie getragen: Von der Ideologie der "unzumutbaren Last". Das Geschöpf, das weder seine Zeugung noch seine Geburt bestimmen konnte,, sondern als Gerufener in diese Welt hineintrat, maßt sich nun das Recht an, über sein Ende selbst zu verfügen.

Der Mensch stößt eigenmächtig die Tüte zu, die er bei seinem Eintritt nicht aufstoßen konnte. Doch! Was wird der Herr antworten? Was wird er denen sagen, die die Türe selbst zugestoßen haben?
Und wie wird die Menschheit eines Tages mit denen abrechnen, welche die anderen kaltblütig mit hübschen Blumen in den Tod getrieben haben?" Sie waren sich alle drei einig, dass diese Euthanasie nicht nur eine Inhumanität und die dunkle Kultur des Todes beinhaltete, sondern ein Verbrechen war, ein Verbrechen an der Menschheit. Hier wurden Gottes Gebote mit Füßen getreten, genau wie bei der Abtreibung, dem Kindermord im Mutterschoß.

Sie beschlossen, bei der Rückkehr in ihre Nationen, offen dafür zu kämpfen, dass diese unfassbare Kultur des Todes" ein Ende nehme. Die Ideologie von der "unzumutbaren Last", sei es die Last, die man sich selbst ist, sei es die Last, die man anderen aufbürdete, musste beseitigt werden. An ihre Stelle gehörte das Wort von der Liebe und dem Gehorsam. Liebe zu Gott und den Menschen, zu Bruder und Schwester, Kind und Greis. Gehorsam gegen Gottes Gebot und vor den Grundgesetzen des Menschen. Nur so kann Menschen Verachtung, Gewalttätigkeit und Inhumanität überwunden werden.

Inigo Bernard


 














 
 
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